News: 10.000 Facebook-Fans für die Mitstrickzentrale

Am 11.Oktober 2010 erblickte die Mitstrickzentrale das Licht der Facebook-Welt. Zwei Jahre und zirka 5 Monate später freut sie sich über 10.000 Mitglieder.

Vor knapp zweieinhalb Jahren in der TOPP-Verlagsredaktion gegründet, weil die Redaktion…nun naja, einfach vernarrt ist ins Stricken, freute sich die Mitstrickzentrale im Facebook Mitte März über seinen 10.000. „Strickie“, wie die Mitglieder der Seite liebevoll genannt werden.

Hier dreht sich seit mehr als 2 Jahren alles ums Thema Stricken, den Strick-Austausch und hin und wieder auch ums Häkeln. Gepostet werden Interviews- und Trendberichte, Gratis-Anleitungen, Inspirationen aus den TOPP-Büchern sowie (Un)Sinniges aus dem Strickuniversum.

Socken stricken für warme Füße

Wer seit Jahren oder gar Jahrzehnten Socken strickt, der soll nicht meinen, es gäbe keine Überraschungen mehr auf diesem Gebiet der Handwerkskunst. Tomatenferse, Twistsocke und das Paarstricken erweitern Ihr Portfolio enorm.

Sind auch Sie ein „Stino“-Stricker? Stino steht im Stricker-Jargon für „stinknormale Socken“. Klein und handlich verkürzen sie Wartezeiten beim Arzt oder versüßen einen Nachmittag im Café. Doch nach etlichen Stinos könnte ja mal die Lust auf etwas anderes aufkommen. Eine große Auswahl an verschiedenen Bündchen, Fersen oder Spitzen enthält der „Sockenworkshop to go“ im schnuckeligen Pocketformat, durch das er fester Bestandteil der Handtasche wird.

Tomaten im Sockenfieber

Nachdem die Amerikanerin Cat Bordhi uns vor einiger Zeit mit ihren ‚Sweet Tomato Heel Socks‘ schon im englischsprachigen Strickraum vom Hocker haute, sollte man die innovative Tomatenferse auch hierzulande unbedingt ausprobieren. Warum? Weil sie sich der natürlichen Fußform perfekt anpasst, raffiniert aussieht und noch dazu ganz einfach von der Hand geht. Schon beim ersten Blick auf die Modelle wird klar: Hier schmiegt sich der Stoff gekonnt an den Fuß. Mithilfe des Tomatenkompass schlüpft man bei der Tomatenferse schnell in jede beliebige Socke hinein.

Let’s Twist!

Bei den Twist-Socken bekommen Socken mit diagonalen Streifen, Wellenmustern, Dreiecks- und Rhombenformen buchstäblich einen neuen Dreh. Designs, die bisher nur mit mehreren Knäueln in einer Reihe möglich waren, gelingen jetzt kinderleicht mit verkürzten Reihen. So strickt man immer nur mit einer Farbe und erzielt doch atemberaubende Effekte. Die Technik wird ausführlich erklärt und geht schon beim ersten Paar Twistsocken in Fleisch und Finger über.

Das dynamische Duo

Eine gute Möglichkeit, einsame Socken-Singles in der Wollkiste zu vermeiden, ist das gleichzeitige Stricken zweier Socken auf einer Rundstricknadel. Lästiges Rundenzählen einfach vermeiden, da es keinen großen Unterschied macht, wenn der Schaft beider Socken ein paar Runden länger oder kürzer ist – sie werden ohnehin gleich lang.

Text: Jana Richter

Kimberly Santiago: Spielplatz der Collagen

Mixed Media überschreitet die Grenzen der bildenden Kunst. Ob literarische Collagen oder integrierte Medien, die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Graphic Designerin und Collagen-Künstlerin Kimberly Santiago hat mit ihrem Buch „Collagen spielerisch gestalten“ den Nerv der Mixed Media-Generation getroffen. Für sie bewirken Collagen vor allem eines – das Unerwartete.

Ihr erstes Buch Collagen spielerisch gestalten wurde dieses Jahr in Deutschland veröffentlicht. Wann haben Sie Ihr Interesse für Mixed Media und Collagen entdeckt?
Rückblickend kann ich wohl behaupten, dass ich Mixed Media schon als Kind geliebt habe. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, Bilder aus Zeitschriften auszuschneiden und zu kopieren, um meine eigene Kunst zu schaffen. Mein Vater hat die Entwicklung meiner Kreativität gefördert und mir das Experimentieren mit Farben und Papier erlaubt.

Was ist für Sie der aufregendste Gesichtspunkt an der Collagen-Gestaltung?
Das Unerwartete. Als Künstler haben wir gewöhnlich eine vorgefasste Idee davon, was wir schaffen wollen. Beim Collagieren hingegen ermöglicht jede neu aufgetragene Schicht eine neue Richtung.

Welche verschiedenen Techniken erwarten den Leser im Buch?
Eines meiner Ziele in Collagen spielerisch gestalten war es, eine Einführung in alle Bereiche der Collagen-Gestaltung zu geben. Für Anfänger aber auch für Experten gibt es neue Techniken. Das Buch befasst sich auch damit, wie man notwendiges Arbeitsmaterial sammelt oder gar selbst gestaltet und es organisiert. Außerdem ist eine Einführung in die Materialkunde enthalten.

Gibt es eine Technik, die Sie Collagen-Anfängern empfehlen?
Ich empfehle Anfängern mit den auf Material abgestimmten Projekten im Buch zu beginnen. Diese Projekte sind ideal, denn sie statten den Leser mit Materialien aus, die er im Laufe des Buches verwenden kann. Um anfängliche Probleme beim Collagen-Prozess zu vermeiden, sollten Leser mit Materialien und Techniken experimentieren, bevor sie ein gezieltes Projekt beginnen. In anderen Worten: Bevor Sie ein ausgewähltes Zeitungstück oder Foto tatsächlich verwenden, üben Sie sich an einem Stück Papier, um später genau das Ergebnis zu erzielen, dass Ihnen vorschwebt.

Welche Künstler oder kulturellen Bewegungen beeinflussen Ihre Projekte?
Die Popkultur hat mich immer schon fasziniert und inspiriert. Hinter jeder Epoche verbirgt sich ein Wert und eine eigene Kreativität. Besonders als Mixed Media-Künstler ist das von großer Bedeutung, da es mir möglich ist ephemere Utensilien einzubinden.

Bei mir besteht sicher eine Beziehung zu der Avantgarde und dazu, die Grenzen der Kunst auszureizen. Das gilt ganz besonders für den Arbeitsprozess bei Mixed Media. Mit alltäglichen Gegenständen, Ephemera, Zeitschriften, Fotos, Vintage-Stoffen und anderen unkonventionellen Materialien gestalten, ist ein klarer Gegensatz zu dem allgemeinen Verständnis von Kunst.
Aus vergangenen Epochen inspirieren Modigliani, Toulouse-Lautrec und Joseph Cornell. Zeitgenössische Künstler, die mich begeistern, sind Katie Kendrick, Michael Mew und Claire Coyle.

Erzählkunst ist ein wichtiger Aspekt in der Kunst. Wie viel Kimberly Santiago steckt in Ihren eigenen Collagen?
Ich bin mit jedem Stück Papier, Ephemera, Foto, usw. verbunden, das ich in meiner Kunst verwende. Egal ob es ein persönlicher Artikel ist, den ich selbst benutze, oder etwas, das ich aus einem Buch ausschneide. Es besteht eine Verbindung oder Anziehungskraft zu diesen Gegenständen, die mich überhaupt dazu verleitet, sie für meine Kunst auszuwählen. Manchmal ist es nur die Art und Weise, wie etwas geschrieben oder gezeichnet wurde. Ich sammle viele Vintage-Bücher, Karten und gedruckte Veröffentlichungen (Musik-Cover, Broschüren), zusammen mit handschriftlichen Papieren wie Briefen, die Hausaufgaben eines Kindes oder Rezepte.

Kimberly Santiago: Kurz & Knapp

Kimberly Santiago

QUELLE: Kimberly Santiago
Mein Stil in 3 Worten: Expressiv, Strukturell, Bedacht

Was ich nicht mag: Ich genieße zwar den gesamten Collagen-Prozess, aber wenn ich wählen müsste: Die Arbeitsfläche vorbereiten.

Was ich noch lernen möchte: Ich liebe Drucktechniken. Ich würde gerne noch mehr mit Siebdruck experimentieren.

An meinem Arbeitsplatz findet man…eine Kanne Kaffee, iPad, iPhone mit Musik oder Hörbuch, Vintage-Karten, mein Arbeitsmaterial – Schere, Universalmesser und Papierschneider.

Mein Lieblingskünstler: Joseph Cornell

Interview: Sabine Hausmann
Bilder: Kimberly Santiago